Fließbohren ist die spanlose Methode zur Erzeugung von Durchzügen. Das Material wird nicht einfach entfernt, sondern mittels Kraft und Reibungshitze verdrängt, wulstförmig aufgeworfen und zu einer Art Buchse ausgeformt. Der Durchmesser und die Form des erhaltenen Durchzuges wird bestimmt durch die Abmessung des zylindrischen Teiles des Fließbohrers. Die so erzeugten stabilen Buchsen entstehen durch Materialverdrängung und nicht durch Abtragung bzw. Aussparung. Das positive Resultat dieser homogenen Verformung ist neben der zusätz-lichen Materialfestigung eine erhebliche Zeit- und Werkstoffersparnis.



Fließformen >> Temperaturen

Fließformen
>> Optimale Arbeitsbedingungen

Fließformen >> Anwendung

Fließformen >> Vorteile

Fließformen >> Temperaturen:
Beim Fließformen entstehen Temperaturen, die für die Anwendung in der Praxis nicht unbedeutend sind. Die Glühzone ist am Werkstück als kirschrote Kreisringfläche um das Werkzeug herum erkennbar. Da die Höhe der entstehenden Temperatur in direkter Abhängigkeit zum Werkstoff und Formendurchmesser steht, sind nur ungefähre Angaben möglich. Ausführliche Grundsatzversuche, die auch mathematisch überprüft wurden, belegen diese Werte.
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Fließformen >> Optimale Arbeitsbedingungen:
Mittels hydropneumatischem Vorschub, sowie stufenlos regulierbarem Druck und Geschwindigkeit, wird ein dynamischer Vorschubablauf gewährleistet. Dadurch werden optimale Arbeitsbedingungen erreicht. Während der Anwärmzeit von Material und Fließformer wird durch den voreingestellten Druck der Vorschub so reguliert, wie es das Material zulässt. Eine Erhöhung des Vorschubes führt zu schnellerem Verformen des Materials. Ein Überhitzen des Werkzeuges, z.B. durch zu lange Reibung, wird vermieden. Zwischen Fließformer und Werkstück bildet sich ein dünner Film aus weichem Material. Geeignete Trennmittel vermeiden das Aufschweißen (Festsetzen) des Werkstoffes am Fließformer. Neben Ständerbohrmaschinen oder CNC-gesteuerten Maschinen mit ent-sprechendem Programmablauf, kann das Fließformen auch mit manuell betätigten Bohrmaschinen erfolgen. Der Vorschub wird dabei nach Gefühl (durch Beobachten der Glühfarbe an Werkzeug und Werkstück) reguliert. Durch sanftes Ansetzen bis zum Plastischwerden
des Materials (Glühfarbe kirschrot), mit anschließender Erhöhung der Vorschubkraft, ist der Fließform-Vorgang zügig bis zum Anschlag durchzuführen (Glühfarbe muß erhalten bleiben). Anschließend sofort den Fließformer aus dem Werkstück bringen.


Fließformen >> Anwendung:
> Bearbeitung langspanender Werkstoffe, schweißbare legierte und unlegierte Stähle,
> VA-Materialien, Aluminium und -legierungen, Kupfer, Messing sowie Sonderlegierungen
> Lochdurchmesser von 3 bis 30 mm
> Materialstärken ab 1,0 mm
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Fließformen >> Vorteile:
> Es entstehen stabile Buchsen für die Aufnahme von Löt- und Schraubverbindungen
> Spanlose Fertigungsmethode, für die keine Spezialmaschine notwendig ist
> Sehr effektiv, durch hohe Zeit-, Arbeits- und Werkstoffeinsparung
> Keine Einniet- und Anschweißmuttern mehr erforderlich
> Mehr Sicherheit durch homogene Verformung
> Hervorragende Oberflächenqualitäten und hohe Standzeiten.
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